In diesem Artikel klären wir, was genau hinter den Begriffen Schnittdurchmesser und maximale Schnittstärke steckt. Du erfährst, wie du den richtigen Wert für deine Aufgaben ermittelst. Du lernst, wann eine Handschere reicht und wann du zu einer Teleskop- oder Ratschenastschere greifen solltest. Außerdem zeige ich dir einfache Methoden, um den Astdurchmesser korrekt zu messen. Sicherheitsaspekte kommen nicht zu kurz. Du bekommst klare Hinweise, wie du Bruch, Quetschungen und Rückschläge vermeidest.
Am Ende kannst du Werkzeuge vergleichen, technische Angaben richtig lesen und bessere Kaufentscheidungen treffen. Du weißt, wann ein Motorsägen-Einsatz sinnvoll ist oder wann ein Profi die sicherere Wahl ist. Dieser Ratgeber macht dich handlungsfähig und sicherer im Umgang mit dicken Ästen.
Schnittdurchmesser verstehen und praktisch vergleichen
Bevor du eine Astschere auswählst, solltest du wissen, wie Schnittdurchmesser und maximale Schnittstärke gemessen und angegeben werden. Der Schnittdurchmesser ist der Durchmesser eines Astes, den das Werkzeug sauber durchtrennen kann. Hersteller geben diesen Wert in Millimetern an. Die Angabe hilft dir, passende Werkzeuge für einzelne Aufgaben zu wählen. Viele Fehler im Garten passieren, weil das Werkzeug zu klein ist. Dann kratzt die Klinge, quetscht das Holz oder bricht. Das ist schlecht für die Pflanze und gefährlich für dich.
Wie wird der Schnittdurchmesser gemessen?
Miss den Ast genau an der dicksten Stelle. Nutze einen Messschieber. Alternativ kannst du mit einem Maßband den Umfang messen und durch Pi teilen. Ein klares Maß vermeidet Fehlkäufe. Achte darauf, ob Hersteller die Zahl als Dauerlast oder als maximale Einmaldicke angeben. Manche Werte gelten nur bei idealem Ansatz und scharfer Klinge.
| Typ | Max. Schnittdurchmesser (mm) | Vorteile | Einschränkungen/Anwendung |
|---|---|---|---|
| Hand-Astschere (Bypass) | 15–25 | Präzise, saubere Schnitte für lebendes Holz | Für kleinere Triebe und dünne Äste. Nicht für Zähne und sehr dickes Holz. Beispiel: Felco F-2 |
| Amboss-Astschere | 20–35 | Gute Hebelwirkung, leichter Schnitt bei totem Holz | Quetscht frisches Holz stärker. Gut für trockenes oder hartes Material. |
| Zweig-/Bügelschere und Zwei-Hand-Langschere (Amboss oder Bypass) | 30–50 | Mehr Hebel, größere Schnitttiefe | Für dickere Äste im Garten. Gewicht und Platzbedarf höher. |
| Ratschen-Astschere | 35–70 | Mehrere Teilbewegungen reduzieren Kraftaufwand | Ideal für sehr dicke Äste ohne Maschineneinsatz. Langsamere Schnitte. |
| Teleskop- / Stiel-Astschere | 25–60 (abhängig vom Modell) | Arbeiten in der Höhe, bessere Reichweite | Bei dicken Ästen oft kombiniert mit Säge. Hebelwirkung begrenzt. |
| Astsäge / Handsäge | >60 | Unabhängig von Querschnitt. Saubere, kontrollierte Schnitte bei dickem Holz | Arbeitsaufwändiger. Für sehr dicke Äste oder an schwer zugänglichen Stellen. |
Wenn ein Ast dicker ist als die angegebene maximale Schnittstärke deiner Schere, nutze eine Astsäge oder eine Ratschen- beziehungsweise Teleskoplösung mit integrierter Säge. Bei Arbeit in der Höhe ist ein Teleskopstiel mit Säge oft die sicherere Wahl. Achte immer auf stabile Körperhaltung und Schutzbrille.
Welche Astschere passt zu dir?
Gelegenheitsgärtner
Du schneidest selten im Garten. Meist sind es kleine Triebe und verholzte Ranken. Eine Bypass-Astschere mit Schnittdurchmesser bis etwa 20 mm reicht in der Regel. Sie liefert saubere Schnitte. Das ist wichtig für die Pflanzengesundheit. Kaufkriterien sind Schärfe, geringes Gewicht und ein einfacher Griff. Ersatzklingen und Schmierung erhöhen die Lebensdauer.
Hobbygärtner mit Obstbäumen
Bei Obstbäumen kommen dickere Äste vor. Du brauchst Durchmesserwerte bis 30 mm bis 50 mm. Kombiniere eine gute Handschere für Jungtriebe mit einer Ratschen-Astschere oder einer Teleskop-Astschere für stärkere Äste. Für dicke Kronenäste ist eine Astsäge sinnvoll. Achte auf präzise Angaben zur maximalen Schnittstärke des Werkzeugs.
Professionelle Gärtner und Baumpfleger
Du arbeitest häufig mit dicken Ästen. Setze auf robuste Ratschenmodelle und angetriebene Werkzeuge. Ratschen-Astscheren schaffen oft 35 mm bis 70 mm. Für alle Dicken darüber sind Motorsägen oder professionelle Kettensägen nötig. Sicherheit, Ergonomie und Wartungsfreundlichkeit haben Priorität.
Ältere Nutzer mit geringerer Kraft
Geringe Kraft ist kein Hindernis. Ratschen- oder Getriebe-Astscheren reduzieren den Kraftaufwand. Teleskopstiele verhindern Leiternsteigen. Achte auf leichte Materialien und rutschfeste Griffe. Wähle Modelle mit niedriger Einstiegskraft und hoher Hebelübersetzung.
Budget-gerechte Lösungen
Für kleines Geld bekommst du einfache Bypass- oder Amboss-Scheren bis 25 mm. Sie sind für Basisarbeiten geeignet. Achte beim Kauf auf Ersatzteile und Klingenqualität. Liegen deine Anforderungen darüber investiere in eine Ratschen-Astschere oder eine Kombi aus Handschere und stabilem Handsägeblatt.
In jedem Fall miss vor dem Schnitt den Astdurchmesser. Vergleiche den gemessenen Wert mit der maximalen Schnittstärke des Werkzeugs. Wenn ein Ast dicker ist als die Angabe nutze eine Säge oder hole fachliche Hilfe.
Entscheidungshilfe zum richtigen Schnittdurchmesser
Leitfragen zur schnellen Einschätzung
Bist du sicher, welche maximale Aststärke du regelmäßig schneiden musst? Messe den dicksten Ast, den du erwartest. Nutze einen Messschieber oder miss den Umfang und teile durch Pi. Merke dir den Wert.
Wie oft wirst du die Schere nutzen und wie viel Kraft kannst du aufbringen? Bei häufiger Nutzung lohnt sich ein robusteres Modell. Bei geringer Kraft sind Ratschen- oder Getriebe-Astscheren sinnvoll.
Arbeitest du in der Höhe oder an schwer zugänglichen Stellen? Dann ist ein Teleskopstiel oder eine Kombination mit einer Astsäge oft praktischer als eine schwere Handschere.
Konkrete Empfehlungen
Für Aste bis etwa 20 mm reicht meist eine Bypass-Handschere. Sie liefert saubere Schnitte und schont Pflanzen. Bis etwa 35 mm sind Amboss- oder größere Bypass-Modelle praktisch. Ab etwa 35–70 mm lohnt sich eine Ratschen-Astschere. Sie reduziert den Kraftaufwand erheblich. Alles über 70 mm schneidest du besser mit einer Astsäge oder Motorsäge.
Unsicherheiten und Sicherheit
Messfehler kommen vor. Kalkuliere eine Sicherheitsmarge von etwa 10 bis 20 Prozent. Herstellerangaben können Idealfälle beschreiben. Feuchtes Holz und alte, verholzte Äste brauchen mehr Kraft. Schärfe und Pflege der Klinge beeinflussen die Leistung stark. Trage Schutzbrille und Handschuhe. Überschreite niemals die angegebene maximale Schnittstärke.
Fazit: Messen, Bedarf klären, Sicherheitsmarge einplanen. Wähle eine Schere, die deinen gemessenen Maximalwert übersteigt und zu deiner Kraft und Nutzungsfrequenz passt. Wenn du unsicher bist, greife zu einer Ratschen-Astschere oder kombiniere Handschere und Astsäge.
Typische Anwendungsfälle und die passende Schnittstärke
Im Alltag entscheidet der Schnittdurchmesser, welches Werkzeug sinnvoll ist. Ich beschreibe typische Situationen. Du erhältst konkrete Empfehlungen zu Schnittstärke, Gerätetyp und Sicherheitshinweisen. Miss vorher den Astdurchmesser. Plane eine kleine Sicherheitsmarge ein.
Obstbaumschnitt
Beim Erziehen junger Bäume sind viele Triebe dünn. Für Triebe bis etwa 20 mm reicht eine Bypass-Astschere. Für stärkere Seitenäste bis 35 mm ist eine Ratschen- oder größere Amboss-Schere sinnvoll. Dickere Kronenäste bis 70 mm schneidest du besser mit einer Astsäge. Achte beim Schnitt auf den Astkragen. Schneide dicht am Ansatz ohne den Kragen zu verletzen. Saubere Schnitte fördern die Wundheilung.
Formschnitt an Hecken und Sträuchern
Bei Hecken sind viele dünne Äste zu bearbeiten. Für Strauch-Formen reichen Handscheren und Bypass-Astscheren bis 20 mm. Für dickere Verzweigungen nutze Zwei-Hand-Scheren oder eine Teleskop-Astschere. Arbeite in Abschnitten. Schneide von außen nach innen. Dünne neue Triebe regelmäßig. Das reduziert die Notwendigkeit für große Schnitte später.
Entfernung abgestorbener Äste
Abgestorbene Äste sind oft spröde. Sie können von dünn bis sehr dick variieren. Bis 35 mm sind Amboss- oder Ratschen-Astscheren praktisch. Bei dickeren Totholzästen greife zur Handsäge. Totholz kann brüchig sein. Halte Abstand, damit herabfallende Teile dich nicht treffen. Verwende Handschuhe und Schutzbrille.
Rückschnitt nach Sturm
Sturmschäden bringen oft verdrehte und zermalmte Äste. Du findest oft Schnitte über 50 mm. Für solche Arbeiten ist eine Astsäge oder Motorsäge meist unverzichtbar. Wenn du mit einer Motorsäge arbeitest, trage Gehörschutz, Schnittschutzhose und Helm. Prüfe, ob die Äste unter Spannung stehen. Gespannte Äste können unkontrolliert aufspringen. Gehe nie allein an riskante Schnitte.
Arbeiten in der Höhe und schwer zugängliche Stellen
Für hohe Äste sind Teleskop-Astscheren nützlich. Sie erreichen oft bis 60 mm je nach Modell. Für noch dickere Stellen kombinierst du Teleskopstiel mit Säge. Arbeite von stabilem Standpunkt aus. Steige nur auf gesicherte Leitern. Nutze bei Bedarf eine zweite Person als Sicherung.
Technikhinweise für alle Fälle: Miss, bevor du schneidest. Vergleiche die Messung mit der maximalen Schnittstärke des Werkzeugs. Schärfe Klingen regelmäßig. Schmier bewegliche Teile. Trage Schutzbrille und Handschuhe. Wenn du unsicher bist oder große Äste in der Krone betroffen sind, hole fachliche Hilfe.
Häufige Fragen zum Schnittdurchmesser
Wie messe ich die Stärke eines Astes richtig?
Miss den Ast an der dicksten Stelle. Nutze einen Messschieber oder miss den Umfang mit einem Maßband und teile durch Pi. Notiere den Wert und rechne eine Sicherheitsmarge von 10 bis 20 Prozent ein.
Welcher Schnittdurchmesser ist für Obstbäume üblich?
Bei jungen Obstbäumen sind viele Triebe unter 20 mm. Für Form- und Erziehungsarbeiten brauchst du oft Werkzeuge bis 30 bis 50 mm. Für dicke Kronenäste über 50 mm ist eine Astsäge die bessere Wahl.
Wann reicht eine Astschere nicht mehr aus?
Wenn der Astdurchmesser die angegebene maximale Schnittstärke überschreitet, ist die Schere nicht mehr geeignet. Auch bei gespannten oder stark verdrehten Ästen ist eine Säge oder fachliche Unterstützung sinnvoll. Nach Sturmschäden oder bei sehr dicken Ästen greifst du besser zur Säge oder Motorsäge.
Wie beeinflusst Material (nass/trocken) die Schneidleistung?
Nasses Holz braucht mehr Kraft und neigt zum Einklemmen. Trockenes Holz ist spröde und kann die Schneide beschädigen. Halte die Klingen scharf und arbeite langsam, um Verklemmen und Schäden zu vermeiden.
Was ist der Unterschied zwischen Schnittdurchmesser und maximaler Schnittstärke?
Der Schnittdurchmesser ist der gemessene Astdurchmesser. Die maximale Schnittstärke ist die Grenze, die der Hersteller für das Werkzeug angibt. Plane immer eine Sicherheitsmarge ein, da Herstellerangaben auf Idealfällen basieren.
Checkliste vor dem Kauf einer Astschere
- Maximaler Schnittdurchmesser: Miss die dicksten Äste, die du regelmäßig schneiden willst, und vergleiche den Wert mit der Herstellerangabe. Wähle eine Schere, deren maximaler Schnittdurchmesser etwas größer ist als dein gemessener Bedarf, damit du eine Sicherheitsreserve hast.
- Schnittmechanismus: Entscheide, ob dir ein schneidender Bypass-Mechanismus, ein Amboss oder eine Ratschenübersetzung besser liegt, je nach Holzart und Kraftaufwand. Ratschen- und Getriebemodelle reduzieren die Hebelkraft erheblich und sind sinnvoll bei dicken oder kräftigen Ästen.
- Griffkomfort und Ergonomie: Probiere Griffe in der Hand aus und achte auf rutschfestes Material sowie Dämpfung, besonders wenn du länger arbeitest. Ergonomische Griffe reduzieren Ermüdung und verringern das Risiko von Gelenkbelastungen.
- Gewicht und Material: Leichte Aluminium- oder Fiberglas-Modelle schonen die Kraft, schwere Stahlversionen halten länger und übertragen mehr Kraft. Wähle ein Gewicht, das zu deinen körperlichen Voraussetzungen passt, vor allem wenn du viel oberhalb der Schulterhöhe arbeitest.
- Reichweite und Stiele: Prüfe, ob du einen Teleskopstiel brauchst, um ohne Leiter zu erreichen, und wie sich Reichweite auf die Hebelwirkung auswirkt. Ein langer Stiel erleichtert das Arbeiten in der Höhe, kann aber die Schnittstärke begrenzen und das Handling erschweren.
- Ersatzklingen und Wartung: Informiere dich, ob Ersatzklingen verfügbar sind und wie einfach die Schere geschärft oder justiert werden kann. Gute Ersatzteilversorgung und einfache Wartung verlängern die Lebensdauer und halten die Schnittqualität hoch.
- Sicherheit, Garantie und Service: Achte auf Sicherheitsfeatures wie Verriegelung und Schutzbügel sowie auf Garantiebestimmungen. Eine längere Garantie und ein erreichbarer Kundendienst geben Sicherheit und sind bei häufiger Nutzung wirtschaftlich sinnvoll.
Pflege und Wartung für Astscheren mit großer Schnittstärke
Reinigung nach jedem Einsatz
Reinige die Klingen sofort nach dem Schneiden von Harz und Holzresten mit einem Tuch und lauwarmer Seifenlösung. Trockne die Teile gründlich ab, damit kein Rost entsteht. Trage danach ein dünnes Öl auf die Schneideflächen und das Gelenk auf.
Regelmäßiges Schärfen
Stumpfe Klingen erhöhen die Kraft, die du brauchst, und führen zu Quetschungen. Schärfe Bypass-Klingen mit einer Feile in der originalen Schneidegeometrie. Ambossklingen lassen sich meist nur von Fachleuten nachschliffen oder ersetzen.
Gelenk und Schrauben prüfen
Kontrolliere regelmäßig die Schraube am Gelenk und die Federfunktion. Ziehe lose Schrauben nach, aber ziehe nicht zu fest, sonst blockiert die Bewegung. Schmier das Gelenk mit einem geeigneten Fett, damit die Mechanik leicht läuft.
Ratsche und Übersetzung pflegen
Bei Ratschenmodellen reinige die Zahnräder von Schmutz und harzigen Ablagerungen. Entfette die Mechanik vorsichtig und bring frisches Schmiermittel auf, damit die Ratsche sauber greift. Ersetze verschlissene Zahnelemente rechtzeitig, um Fehlfunktionen zu vermeiden.
Lagerung und Vorher/Nachher
Bewahre die Schere trocken und sicher auf, ideal mit einer Klingenabdeckung. Öle die Klinge vor längeren Lagerzeiten leicht ein, damit kein Rost entsteht. Vorher sind Klingen oft schwergängig und verrostet, nachher laufen sie leicht und schneiden sauber.
